BOOK LOVERS NEVER GO TO BED ALONE

Samstag, 13. November 2010

Rezension: Schattenblüte von Nora Melling

Luisa ist am Ende. Ihr kleiner Bruder Fabi ist an Krebs gestorben, und ihre Eltern verdrängen alles, indem sie nach Berlin ziehen und alles, was an Fabi erinnert, wegwerfen. Luisa kommt damit nicht klar, und versucht schließlich, sich selbst umzubringen. Sie will von einem Turm im Grunewald springen. Sie ist gerade dabei, den letzten Schritt zu machen, da wird sie von einem Jungen zurückgezogen. Dieser Junge, Thursen, fasziniert sie von Anfang an. Er nimmt ihr das Versprechen ab, dass sie am Leben bleibt. Eigentlich soll sie ih danach nicht mehr wiedersehen, doch sie entwickelt solch eine Sehnsucht nach ihm, dass sie schließlich wieder in den Wald geht, um ihn zu suchen. Endlich findet sie ihn - zusammen mit anderen Menschen und Wölfen lebt er im Grunewald. Dass sie ein Geheimnis haben, ist offensichtlich, doch Thursen erzählt ihr zunächst nichts und will sie von alldem fernhalten. Doch natürlich gelingt ihm das nicht, denn Luisa ist sehr hartnäckig und inzwischen auch verliebt in Thursen. Und so wird sie immer mehr in die Welt von Thursen und seinen Freunden hineingezogen ....

Der Debütroman von Nora Melling hat mir ziemlich gut gefallen. Zunächst einmal finde ich es super, dass es in Deutschland spielt, in Berlin, und nicht irgendwo im Nirgendwo in Amerika. Der Schreibstil der Autorin ist auch erfrischend anders, selten liest man ja Romane, die im Präsens geschrieben sind. Das trägt meiner Meinung nach viel dazu bei, dass die Gefühle so gut rübergebracht werden. Und die Gefühle sind wirklich extrem, vor allem am Anfang. Man wird wirklich reingezogen in die Welt von Luisa, die todunglücklich und depressiv am Anfang ist. Es hätte leicht überzogen wirken können, doch das tut es nicht. Alles ist sehr authentisch geschildert. Die Charaktere, allen voran Luisa, sind mir .. nun ja, etwas zu oberflächlich oder naiv. Luisas Reaktionen und ihre Meinungsänderungen sind oft nicht nachvollziehbar, auch wenn sie natürlich in einer besonders harten Situation ist. Thursen hat mich zwischenzeitlich etwas an Edward aus der Biss-Reihe erinnert. Er liebt Luisa und will mit ihr so viel Zeit wie möglich verbringen, jedoch sagt er ihr immer wieder, dass es nicht gut für sie sei, bei ihm zu bleiben.
Ansonsten haben mich eigentlich nur Kleinigkeiten gestört, die hier nicht erwähnenswert sind. Dafür muss ich wirklich die Cover-Designer loben, die ein wundervolles Prachtstück geschaffen haben, das ich mir immer wieder gerne anschaue. Vor allem die Wassertropfen auf dieser schwarzen Blüte sind super.

Fazit: Ein etwas anderer Fantasyroman, der den Leser mitfühlen und -leiden lässt, und den man eigentlich nicht aus der Hand nehmen kann, da man unbedingt wissen muss, ob es ein Happy Ende für Luisa und ihren Thursen geben kann.

4 von 5 Sternen

Informationen zum Buch:

352 Seiten
erschienen am 1.11.2010 im Rowohlt Polaris Verlag
14,95€
bei amazon

1 Kommentar:

  1. oh, klingt gar nicht schlecht!
    danke für den tipp, hab mir den titel mal aufgeschrieben :)
    liebe grüße
    anka

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