BOOK LOVERS NEVER GO TO BED ALONE

Samstag, 29. Januar 2011

Rezension: Blutrote Lilien von Kathleen Weise


Wie zwei Figuren in einem Puppenspiel standen wir einander gegenüber und keiner von uns beiden rührte sich.
Obwohl ich das Gesicht des Schattens nicht erkennen konnte, hatte ich doch das Gefühl, dass er mich intensiv beobachtete. Eine Gänsehaut überlief meine Arme.

Paris 1609. Eine Stadt voller Wunder und berauschender Feste, der französische Hof mit seiner wundervollen Kulisse im Louvre. Doch auch ein Ort voller Intrigen und Komplotte, in der man niemanden, nicht einmal seinen engsten Angehörigen trauen kann. Es ist eine Zeit der religiösen Unruhen.
An diesen Ort reist die fünfzehnjährige Charlotte de Montmorency. Sie soll in Kürze den Marquis de Bassompiere heiraten, einen sehr einflussreichen Mann. Bisher hatte Charlotte einen guten Eindruck von ihm, doch dann erwischt sie ihn in flagranti im Bett mit einer anderen. Charlotte wird zum Gespött der Leute am Hof. Glücklicherweise hat sie eine Freundin gefunden, Sophie, die sich nicht um das Gerede schert. Und dann ist da noch der mysteriöse Schatten, den sie am ersten Tag durch ihr Fenster auf der anderen Seite des Louvre sieht. Sie fühlt sich verbunden mit ihm, doch sie hat keine Ahnung, wer das eigentlich ist.
Auf Charlotte kommen aufregende Tage zu, denn sie wird mitten hineingezogen in die Intrigen am Hof. Viel zu schnell wird ihr bewusst, dass der Louvre keinesfalls der glamouröse Ort ist, als den sie sich ihn vorgestellt hat.

„Blutrote Lilien“ hat mir wirklich sehr gut gefallen. Es ist ein wunderbare Jugendroman voller Liebe und Abenteuer, der auf historischen Fakten basiert – denn Charlotte de Montmorency hat wirklich gelebt, war wirklich mit dem Marquis de Bassompiere verlobt, und das Ende der Geschichte, das ich an dieser Stelle natürlich nicht verraten werde, stimmt auch überein mit der Historie. Für mich macht das ein Buch immer noch interessanter, und ich habe mal wieder einige Zeit vor Wikipedia verbracht und mir Lebensgeschichten und Stammbäume angeguckt. Aber zurück zum Buch. Charlotte als Protagonistin war mir von Anfang an sympathisch, ihre Naivität zu Beginn der Geschichte und ihre Hoffnungen auf eine Ehe mit einem Mann, in den sie sich vielleicht verlieben kann sind sehr verständlich. Ihre Gefühle und Handlungen sind sehr authentisch, so dass ich mich gut mit ihr identifizieren konnte. Aber auch die Nebenpersonen haben es mir angetan, allen voran der Narrenkönig Angoulevent. Bei Charlottes Gesprächen mit ihm konnte ich gar nicht anders als schmunzeln, obwohl es oft im nächsten Monat direkt ernst wurde.
Wie auf dem Klapptentext angekündigt, gab es natürlich eine Liebesgeschichte, die aber nicht im Vordergrund stand. Das war sehr angenehm, denn ich liebe zwar romantische Geschichten, aber oft bleibt dadurch die eigentliche Handlung sehr blass. Hier ist das ganz und gar nicht so. Man hat zwar von Anfang an geahnt, in welche Richtung sich Charlottes Gefühle wenden werden, doch es war eine Freude, ihr dabei zuzusehen, wie sie sich zunächst dagegen sträubt und es nicht wahrhaben will.
Die Aufmachung des Buches verlangt ein deutliches Lob. Ich finde das Cover einfach wundervoll. Die Ranken und Blumen auf der einen Seite, die Blutstropfen auf der anderen Seite bilden einen wunderbaren Kontrast, der zu dem Titel des Buches passt. Zudem ist auf der ersten Seite ein Brief angeklebt, der einen sehr, sehr neugierig auf das Buch macht, und den man erst versteht, wenn man das Buch gelesen hat.

Für mich war dies ein wundervoller Roman, nicht sehr anspruchsvoll, aber trotzdem fesselnd. Ich fand es schön, mal am französischen hof zu sein, denn bisher habe ich nur historische Romane gelesen, die in England oder Deutschland spielen.

4,5/5 Sternen

Informationen zum Buch:
327 Seiten
erschienen 18.1.2011 im Planet Girl Verlag
14,90€
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Kommentare:

  1. ich bin ganz deiner meinung. eine sehr schöne liebesgeschichte mit historischen fakten. kann ich nur empfehlen. ich hab es in weniger als 2 wochen gelesen^^

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  2. ach gibt es wohl bald einen teil 2?? lg

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