BOOK LOVERS NEVER GO TO BED ALONE

Samstag, 22. Januar 2011

Rezension: Tage wie diese von John Green, Maureen Johnson und Lauren Myracle

Eine amerikanische Kleinstadt, ein besonderer Tag im Jahr, drei wundervolle, zauberhafte Liebesgeschichten. Das ist das Rezept, aus dem „Tage wie diese“ von John Green, Maureen Johnson und Lauren Myracle gemacht ist.

Zu meiner anhaltenden Bestürzung musste ich feststellen, dass die Mädchen, die diese Unterhaltung führten, beide Madison hießen. Schlimmer noch: Drei weitere hießen Amber. Ich hatte das Gefühl, in einem Experiment festzustecken, bei dem irgendetwas aus dem Ruder gelaufen war – es musste etwas mit geklonten Menschen zu tun haben.

Es ist Heiligabend. Jubilee wartet nur noch auf ihre Eltern, bevor sie zum Weihnachtsfest ihres Freundes Noah geht. Doch dann ändern sich ihre Pläne schlagartig – sie erfährt, dass ihre Eltern aufgrund einer Schlägerei im Gefängnis sind (Das hört sich schlimmer an, als es ist) und sie deshalb zu ihren Großeltern nach Florida fahren muss. Da aber ein heftiger Schneesturm am Werke ist, bleibt ihr Zug stehen, und Jubilee sieht sich gezwungen, die Nacht mit 14 Cheerleadern auf engstem Raum zu verbringen. Sie entscheidet sich daher, zu dem Waffelhaus zu gehen, dass sie aus dem Zugfenster heraus erspäht hat. Dort trifft sie auf den gutaussehenden Stuart und die beiden flüchten vor den Cheerleadern, die Jubilee ins Waffelhaus gefolgt sind, und die Geschichte nimmt ihren Lauf... (Maureen Johnson)

Tobin, JP und der Herzog (alias Angie) sind die besten Kumpel. Sie verbringen viel Zeit miteinander. An Heiligabend sind sie alle zusammen bei Tobin und machen einen James Bond Marathon. Da werden sie von ihrem Freund Don Keun angerufen, der im Waffelhaus arbeitet und ihnen hysterisch von den 14 Cheerleadern erzählt haben und sie auffordert, zu ihm zu kommen. JP und Tobin sind begeistert, nur der Herzog scheint von der Idee nicht so angetan zu sein. Auf dem abenteuerlichen Weg zum Waffelhaus kommen allerdings – dank des Herzogs – auch Tobin Zweifel, dazu kommt, dass ihm plötzlich auffällt, dass der Herzog auch ein Mädchen ist. (John Green)

Addie ist am Boden zerstört. Ein Jahr lang war sie mit Jeb zusammen, und dann macht sie diesen blöden Fehler auf dieser blöden Party. Sie hatten sich gestritten und Addie hat anschließend jemand anderen geküsst. Sie bereut es natürlich, doch Jeb hat auf ihre Email nicht geantwortet und jetzt weiß sie nicht weiter. Ihre Freundinnen versuchen ihr zu helfen, machen ihr aber gleichzeitig Vorwürfe, sie sei zu selbstbezogen. Das bekommt sie auch von einigen anderen Menschen zu hören. Sie versucht es zu ändern, doch sie merkt, dass es gar nicht so einfach ist. Wenn doch nur Jeb da wäre und sie endlich mit ihm reden könnte ... Sie kann natürlich nicht wissen, dass er längst auf dem Weg zu ihr ist. (Lauren Myracle)

Diese drei Geschichten sind einfach magisch. Die Idee, eine Anthologie zu machen und sie dennoch wie einen einzigen Roman wie von einem Autor wirken zu lassen, finde ich sensationell. Nach und nach lernt der Leser alle Protagonisten kennen, die auch in den Geschichten der anderen Autoren vorkommen. Jebs Weg zu Addie kann man zum Beispiel das ganze Buch hindurch verfolgen, aus verschiedenen Blickwinkeln, und es ist immer wieder toll, wenn einem kleine Details auffallen, die in den vorigen Geschichten schon erzählt wurden. Dass es drei verschiedene Autoren sind, fällt nicht so sehr auf. Alles ist in einem wunderbar lockeren, leicht ironischen Tonfall geschrieben, so dass man gar nicht merkt, wie die Zeit vergeht. Gerade zur Weihnachtszeit ist dies ein wundervoller Roman, doch auch jetzt kann man ihn noch lesen und dabei schon wieder an das nächste Weihnachtsfest denken. Das Ende jeder Geschichte ist voraussehbar, doch der Weg dahin ist zum Teil sehr überraschend und amüsant. Ich musste wirklich oft schmunzeln und lachen, und das kommt bei mir nicht so oft in Büchern vor. Natürlich sind diese Geschichten alle ziemlich unrealistisch, doch bei so einem Buch erwarte ich auch nichts anderes. Ich erwarte viel mehr einen romantischen Roman, der dafür sorgt, dass es einem warm ums Herz wird und man mit einem guten Gefühl das Buch schließen kann.

Für mich ist es auf jeden Fall eins meiner Lieblingsbücher, und ich kann mir gut vorstellen, dieses Buch zur Weihnachtszeit noch mal zu lesen. Ich werde mich auch nach weiteren Büchern der Autoren umsehen, denn mir haben alle 3 Geschichten wirklich sehr gut gefallen.

7 von 5 Sternen :)


Informationen zum Buch:

397 Seiten
Originaltitel: Let it snow - Three holiday romances
erschienen im Mai 2010 im Arena Verlag
15,95€
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