BOOK LOVERS NEVER GO TO BED ALONE

Samstag, 16. April 2011

Rezension: Pitch Black - Ohne Ausweg von Susan Crandall



Madison schlang die Arme um Ethan; vergessen waren alle Vorsätze, sich nicht zu Gefühlsduseleien hinreißen zu lassen. „Wo ist Mr McPherson?“
Ethan löste sich von ihr und sah mit leeren Augen zu ihr auf. „Tot.“

Madison „Maddie“ Wade ist mit ihrem 16-jährigen Adoptivsohn Ethan aus Philadelphia in die Kleinstadt Buckeye in Tennessee gezogen, um einen Neuanfang zu wagen. Leider wird das nicht einfach, denn die Einwohner sind Neuen gegenüber sehr argwöhnisch. Nur Sheriff Gabe Wyatt, der sich von Anfang an zu Maddie hingezogen fühlt, hat keine Vorurteile ihr gegenüber. Als der beliebte Steve McPherson auf einem Wanderausflug stirbt, auf den er seinen Stiefsohn Jordan, Ethan und zwei andere Jungs mitgenommen hat, wird Ethan als Fremder natürlich direkt verdächtigt. Madison und Gabe sind von seiner Unschuld überzeugt, jedoch verdichten sich die Beweise, dass Ethan der Täter ist. Und dann beginnt ein Wettlauf gegen die Zeit, denn es passieren immer wieder Zwischenfälle, und auch Madison wird bedroht. Werden sie und Gabe es schaffen den wahren Mörder zu finden? Und wird Gabe hinsichtlich seiner Gefühle für Madison seine Objektivität behalten können?

Man sieht, dass LYX einfach einen guten Riecher für spannende Romane für die weibliche Leserschaft hat. Wieder einmal hat mich ein Buch des Verlags gepackt und mich von anderen, eigentlich wichtigeren Dingen abgelenkt. Ich weiß nicht woran es liegt, aber wenn ich ein spannendes Buch möchte, nehme ich eins von LYX.
Dieses hier ist ein wenig anders als die beiden anderen Bücher der „Romantic Thrill“-Reihe, die ich bisher gelesen habe („Die Nacht hat viele Augen“ von Shannon McKenna und „Bullet Catcher: Alex“ von Roxanne St. Claire). Hier geht es hauptsächlich um den Fall und die Ermittlungen, und die Romanze zwischen Maddie und Gabe ist eher nebensächlich, auch wenn die Gefühle immer präsent sind. Es ist angenehm, dass es nicht alle 2 Seiten um Sex geht, sondern wirklich die Handlung im Mittelpunkt steht, die sehr gut nachzuvollziehen ist.
Erst nach und nach werden die Hauptcharaktere vorgestellt und man kann immer mehr Maddies Beweggründe für den Umzug verstehen. Ihre Probleme mit der Eingewöhnung und ihre Gefühle ihrem Adoptivsohn gegenüber sind sehr authentisch und überhaupt nicht überzogen dargestellt, was ein Eintauchen in die Geschichte sehr einfach macht. Die Entwicklung der Beziehung zwischen Maddie und Gabe ist sehr realistisch, es hat zwar von Anfang an zwischen ihnen gefunkt, doch verständlicherweise möchte Maddie erst mal ihr Leben und vor allem ihre Beziehung zu Ethan festigen, bevor sie sich auf einen Mann einlässt. Das macht das ganze sehr realistisch. Gabe ist ein sehr höflicher, rücksichtsvoller Mensch, der Maddie versteht und ihr Zeit lässt, auch wenn er sein Interesse an ihr deutlich werden lässt.
Die Geschichte ist aus mehreren Blickwinkeln geschrieben, meistens aus der Sicht von Ethan, Maddie oder Gabe. So bekommt der Leser Einblick in die verschiedenen Perspektiven der Protagonisten und kann immer mehr miträtseln.. Gerade zum Ende, als es spannend wird, kann man seinen Blick nicht mehr von den Seiten lösen und will unbedingt das Ende erfahren – was dann leider ein wenig enttäuschend und kurz ausfällt. Da hätten ein paar Seiten mehr dem Buch sicher gut getan.

Alles in allem aber ein toller Krimi, gespickt mit ein wenig Romantik. Genau das richtige für Leute wie mich, die spannende Bücher lieben aber für die immer ein Hauch von Liebe zu spüren sein muss.

4,5 von 5 Sternen

Infos zum Buch:
393 Seiten
Originaltitel: Pitch Black
Erschienen im März 2011 bei LYX
9,95€
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Mittwoch, 6. April 2011

Rezension: Weisser Fluch von Holly Black


Ich starre in die Dunkelheit und wünsche, ich wäre nicht so müde. „Es ist schwer, ein guter Mensch zu sein“, sage ich. „Weil ich schon weiß, dass ich keiner bin.“
„Manchmal weiß ich einfach nicht“, sagt Sam, „wann du lügst und wann nicht.“
„Ich lüge nie“, lüge ich.

Cassel Sharpe kommt aus einer Familie von Fluchwerkern – eine Art von Magiern, die nur durch Berühren anderer Menschen diesen das Gedächtnis nehmen, ihre Gefühle ändern oder sie töten können. Die einzelnen Fluchwerkerfamilien sind mafia-ähnlich organisiert, und viele steinreich. Die Regierung will natürlich etwas dagegen unternehmen, hat es bis dato aber noch nicht geschafft.
Cassel jedoch hat dieses Gen anscheinend nicht geerbt, er ist „normal“. Dennoch hat er wahrscheinlich vor einem Jahr seine enge Freundin Lila umgebracht. Er kann sich an nichts erinnern, nur daran, dass er blutverschmiert über ihr gehockt hat und überhaupt keine Reue gespürt hat. Daher glaubt auch er, dass er sie getötet hat, und seine Familie denkt das auch. Cassel versucht ein neues Leben anzufangen, in einem Internat, wo er sich verstellt und sich normal gibt. Nach außen hin klappt das einigermaßen, doch im Innern ist Cassel immer noch verzweifelt und muss an Lila denken. Er hat einen Freund in seinem Zimmermitbewohner Sam gefunden, der aber natürlich nichts über den wahren Cassel weiß.
Seit neuestem hat Cassel äußerst reale Träume, in denen eine weiße Katze mit Lilas Augen auftaucht und ihm etwas Wichtiges sagen will. Bei diesen Träumen schlafwandelt er auch immer, was zur Folge hat, dass er eines nachts auf dem Dach der Schule landet. Das hat zur Folge, dass Cassel suspendiert wird, und schließlich bei seinem Großvater einquartiert wird. Hier hat Cassel endlich Gelegenheit, die Wahrheit über Lilas Tod herauszufinden. Was er erfährt, ist viel mehr, als nur die Wahrheit über ihren Tod – er findet etwas heraus, was sein ganzes Leben auf den Kopf stellt.

Endlich habe ich das Buch durch. Ich habe wirklich sehr lange dafür gebraucht, habe am Anfang sehr schlecht in die Handlung hineingefunden. Ich wusste zunächst nicht, woran es lag – ich habe nur immer andere Bücher zur Hand genommen und dieses auf meinem Nachttisch rumliegen lassen. Doch als ich dann bei der Hälfte angekommen war, habe ich gemerkt, was bei diesem Buch anders ist, und etwa ab da habe ich den Rest verschlungen.
Es ist hier ganz einfach so, dass die Hauptperson nicht den perfekten Charakter hat, wie es so oft der Fall ist. Cassel lügt, betrügt und hat kaum Skrupel bei seinen Taten. Zuerst hat mich das wie gesagt abgestoßen, aber nach und nach fand ich es wirklich ganz erfrischend, vor allem, weil es auch in Cassels Familie niemanden gibt, der ehrlich ist. Höchstens seine normalen Freunde von der Schule sind vielleicht harmlos und nett. Dadurch, dass Cassel diese Eigenschaften habt, nimmt man ihm seine Handlungen auch nicht mehr so übel, sie wirken einfach natürlicher. Und wenn man mal ehrlich ist – eigentlich ist es ja schon meistens unglaubwürdig, wenn die unschuldigen Hauptpersonen in vielen Büchern dann plötzlich ohne zu Zögern lügen und anderen Menschen schaden.
Es ist einfach eine komplett andere Welt, die Holly Black hier kreiert, eine Welt, in der man von niemanden mit bloßer Haut berührt werden möchte, in der man niemandem trauen kann. Daher kann man Cassels dunkle Seite auch nachvollziehen. Die Autorin lässt den Lese teilhaben an Cassels Gedanken und Gefühlen, so dass man manchmal denkt, dass man neben ihm steht und alles hautnah miterlebt. Es ist schon erschreckend, dass er nicht einmal seiner Familie traut, aber wie man später merkt, ist sein Misstrauen immer berechtigt. Die anderen Charaktere sind ebenfalls sehr glaubwürdig dargestellt, niemand ist perfekt. Es ist einfach ein anderes Leben, dass die Menschen führen, und deswegen müssen auch die Menschen anders sein. Und daher kann ich nach der letzten Seite sagen, dass es eben doch ein richtig toller Roman ist, auch wenn ich das am Anfang nie gedacht hätte. Manchmal lohnt es sich eben, weiterzulesen und sich durch die ersten Seiten zu quälen – denn manchmal kann einen ein Buch wirklich überraschen, so wie dieses hier.

Von mir gibt’s 4 von 5 Sternen für diesen wundervolle, wenn auch gewöhnungsbedürftige Fantasyroman! 

Rezension für Buecherkinder.de