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Freitag, 9. März 2012

Rezension: Die Flucht (Cassia & Ky 2) von Ally Condie

Denn schenkt man einmal seine Liebe her, ist sie weg. Man kann sie nicht mehr zurückrufen.
Ich muss versuchen, ihn zu finden. Ihn zu lieben hat mir Flügel verliehen und meine Arbeit hat mich stark genug gemacht, mit den Schwingen zu schlagen.

Nach den Ereignissen in „Die Auswahl“ hat sich Cassia mit Hilfe ihrer Eltern in die äußeren Provinzen versetzen lassen, um nach Ky zu suchen. Als sich eine Möglichkeit ergibt, aus dem Arbeitslager zu flüchten und sich in die Canyons durchzuschlagen, ergreift sie diese sofort. Doch sie ist nicht alleine, ein Mädchen namens Indie, das sie im Arbeitslager kennen gelernt hat, hat ihr geholfen. Cassia weiß nichts über Indie, die nicht Persönliches über sich verrät, doch sie vertraut ihr und gemeinsam machen sie sich auf die Suche nach Ky.
Währenddessen wird parallel die Geschichte von Ky erzählt. Er wurde am Ende des ersten Bandes zur Arbeit in den Dörfern der äußeren Provinzen verbannt. Doch auch er kann zusammen mit zwei anderen, Vick und Eli, in die Canyons fliehen. Er möchte zur Gesellschaft zurück, um Cassia wiederzusehen.

Ich muss sagen, ein wenig mehr erwartet hatte ich mir schon von diesem zweiten Band. Was mich vor allem störte, war die Tatsache, dass ich Ewigkeiten benötigte, um wieder in die Story hineinzufinden, obwohl es ja gar nicht so lange her ist, dass ich den ersten Band gelesen habe. Es wurde zwar immer ein wenig von den Geschehnissen im ersten Buch eingestreut, aber es war trotzdem schwer, wieder eine Bindung zu den Charakteren herzustellen.
Die Perspektivwechsel haben mich auf jeden Fall überrascht, aber in einer positiven Hinsicht. Während im ersten Band alles aus der Sicht von Cassia erzählt wurde, kommen nun Cassia und Ky in gleichen Teilen zu Wort. Dabei ist es vor allem toll zu lesen, wie Ky die Geschehnisse des ersten Bandes erlebt hat, und generell mehr über ihn zu erfahren.
Es werden interessante neue Charaktere eingeführt, die leider ein wenig im Schatten von Cassia und Ky stehen müssen. Man erfährt nicht so viel über so, obwohl sie eine wichtige Rolle spielen. Vor allem über Indie wünsche ich mir mehr im dritten Band!
Ich glaube, für mich lag das Problem bei der Tatsache, dass Cassia und Ky getrennt voneinander sind und so ihre Geschichte erzählen. Klar, das hatte sich ja schon im ersten Band angedeutet, aber irgendwie habe ich erwartet, dass die beiden sich direkt finden und dann gemeinsam etwas in den äußeren Provinzen erleben. Im Prinzip hat das ganze ja nur darauf hingesteuert, dass sie sich treffen, aber bis dahin war es einfach nicht spannend genug. Es war wie ein Übergang, wie eine kurze Ruhepause, bevor es wieder richtig losgeht mit der Geschichte. Deswegen habe ich auch gefühlte Ewigkeiten für die ersten 100 oder 150 Seiten gebraucht und musste mich immer wieder dazu überreden weiterzulesen.
Irgendwann ist dann der Funke übergesprungen und man hätte meinen können, ich hätte nicht ein Jahr warten müssen, sondern es sei alles ein einziges Buch. Ally Condie hat es letztendlich geschafft, mich wieder für die Gesellschaft und die Rebellion dagegen zu begeistern, so dass ich nun natürlich den dritten Band nicht erwarten kann. Etwa ab der Mitte des Buches war ich gefesselt und habe wieder gemerkt, warum ich den ersten Band so gut fand. Nur leider kam dieser Moment etwas zu spät, und irgendwie denke ich schon, dass dieses Buch nur als Puffer dient, damit sich jeder auch ja den letzten Band der Trilogie kauft.

Im Großen und Ganzen ist „Die Flucht“ ein würdiger Nachfolger, dieser zweite Band kann nur leider nicht mit der relativ hohen Erwartungshaltung nach dem sehr guten ersten Band mithalten. Daher vergebe ich gute 3,5 Sterne, die ich auf 4 aufrunde, für eine am Ende spannende gegenseitige Suche der beiden Hauptpersonen, die natürlich wieder mal mit so einigen Überraschungen aufwarten kann und einen dennoch etwas enttäuscht zurücklässt.

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Rezension für bücherkinder.de