BOOK LOVERS NEVER GO TO BED ALONE

Freitag, 11. Januar 2013

Rezension: Goldene Flammen (Grischa #1)


Alina und Maljen wachsen in einem Land auf, das dem Russland der Zaren nicht unähnlich ist. Es ist eine Welt, in der Magie nichts Unbekanntes ist. Sie wird von den Grischa ausgeübt, die vom normalen Volk und den Soldaten sehr skeptisch betrachtet werden. Der Anführer dieser Gemeinschaft, ist jemand, der nur „der Dunkle“ genannt wird.
Das Land, Rawka, wird geteilt von der Schattenflur, einem breiten schwarzen Streifen, durch den die Überfahrt sehr gefährlich ist. Alina und Maljen, die inzwischen beim Militär sind, müssen trotzdem hindurch – und ihr Sandskiff wird von den fürchterlichen Volkra angegriffen. Nur ganz knapp entrinnen die beiden dem Tod, und Alina kann sich nicht erklären, wie das passiert ist. Doch die mitreisenden  Grischa erkennen sie als eine der ihren, und nach einer kurzen Begutachtung durch den Dunklen wird sie weit weg geschickt, um zu lernen, wie sie ihre Kräfte beherrschen kann. Denn sie ist keine normale Grischa - sie und ihre Fähigkeit könnten die lang ersehnte Rettung für Rawka sein. Ihr Leben ändert sich von Grund auf, und vor allem die Abwesenheit von Maljen macht ihr zu schaffen.

Ich muss zugeben, ich bin durch das Cover auf das Buch aufmerksam geworden. Oft gefallen mir die deutschen Ausgaben nicht so gut, aber Grischa ist da echt eine Ausnahme. Schade, dass ich das Buch nur geliehen habe – eigentlich muss das Buch einen Platz in der ersten Reihe bekommen.
Aber nicht nur von außen ist das Buch bombastisch, auch der Inhalt überzeugt auf ganzer Linie. Von der ersten Seite an fühlt man sich hineinversetzt in ein Land, dass sehr an das Russland des vorletzten Jahrhunderts erinnert. Die Namen und Bezeichnungen (Rawka, Kribirsk, Alexej,...) und auch die Beschreibungen einer kalten, weitläufigen Gegend machen das sehr deutlich. 

Ich habe schon in einigen Rezensionen gelesen, dass der Teil des Buches, in dem Alina sich im kleinen Palast (wo sie zur Grischa ausgebildet werden soll) befindet, als langweilig empfunden wurde. Mir hat das aber echt gut gefallen, ich finde es gar nicht so schlimm, wenn nicht alle drei Seiten etwas Aufregendes passiert. Und Leigh Bardugo hat alles so schön beschrieben, dass ich immer mehr in diese Welt hineingefunden habe und mir alles richtig gut vorstellen konnte. Und dann macht es mir überhaupt nichts aus, wenn mal 100 Seiten lang "nichts" passiert - ich verschlinge es trotzdem.

Ich finde das Buch auch wegen der Charaktere so fesselnd. Mit Alina kann man sich gut identifizieren - und ich kann es auch nachvollziehen, dass sie ihre Rolle zunächst nicht wahrhaben will und nicht glauben kann, dass sie solche Kräfte besitzen soll. Muss es denn immer die selbstbewusste Heldin sein, die keinerlei Selbstzweifel kennt und sich von niemandem etwas sagen lässt? Ich finde es toll, dass man Alinas Entwicklung miterleben kann, auch wenn es vielleicht etwas länger dauert, bis sie sich ihrer Kräfte und macht bewusst wird.
Maljen mochte ich nicht so, vor allem am Anfang kam er mir einfach zu arrogant vor, als dass ich ihn allzu sympathisch finden konnte. Dafür war der Dunkle umso faszinierender, gerade weil man nicht so viel von ihm erfahren hat und er seine Motive immer für sich behalten hat.

Ich bin begeistert. Dieses Buch ist etwas ganz Besonderes, das herausragt aus der Masse von Veröffentlichungen im YA bzw. Fantasybereich. Interessante Charaktere, eine faszinierende Welt und eine Geschichte, die ich so schnell nicht vergessen werde. Ich kann es gar nicht erwarten, den zweiten Band in der Hand zu halten!

5 von 5 Sternen

___

Titel: Goldene Flammen (Originaltitel: Shadow and Bone)
Reihe: Grischa #1  (The Grisha)
Autorin: Leigh Bardugo
--> goodreads 

Keine Kommentare:

Kommentar veröffentlichen